wegen des Blogs und er hat sich einverstanden erklärt, den Blog für weitere Teilnehmer zu öffnen. Nun heißt es rekrutieren! Die Leute sollten sich einfach auf twoday.net registrieren. Daraufhin schicke ich deren Namen an ANH weiter und er weist Ihnen dann den Contributor-Status zu.
Valivarius - 23. Jun, 22:10
immer ein wenig
auf der kippe stehend,
bricht man im leben
sich mehrmals die zehen,
ohne es zu merken.
Pierre Lachaise - 22. Jun, 17:46
„Bis wir Gott an seinem Rockzipfel fassen und wenigstens ein Stück davon in Raum und Zeit hinüberzerren können, dauert es noch ein Weilchen, aber Engel können wir jetzt schon herstellen.“, sagte der Wissenschaftler und schaltete ohne weitere Worte ein auf dem Platz aufgestelltes riesiges Gerät ein. Zunächst sah man nichts, dann Schlieren und schließlich flossen diese zusammen zu einer Gestalt und – die Gestalt lachte.
„Sieh einer an: Menschen!“, rief sie.
Sofort begann die Produktion in großem Stil. Engel waren nie gefragter als jetzt, wo man sie tatsächlich herstellen konnte. Doch so viel sie zu einem moralisch besseren Lebensstandard der Bevölkerung beitrugen, als so störend empfand man sie bald. Gerade bei den tierischen Tätigkeiten wünschte man allein zu sein. „Alter, kannst du nicht mal den Raum verlassen?“, fragte Chris genervt seinen Engel. Dieser schaute nur traurig drein, konnte aber nicht von der rechten Schulter fort. Man nahm die Forschung wieder auf und begann bald Engel in großem Stil zu vernichten. Indessen zitterte Gott in seiner Abgeschiedenheit und zählte die Tage. „Wie sehr sind die Menschen auf ihren Nutzen bedacht!“, sagte er zu sich, „Wäre ich so sehr auf meinen Nutzen bedacht gewesen, hätte ich auch nur einen Finger gerührt?“
Und er brach den Bund abermals.
Valivarius - 27. Mai, 03:00
Stabile Höhlen aus Zement
mobile Eisenhöhlen
und Stege Teer
fragilen Knochenhöhlen.
Spielerei von grad eben:
Über glatte Stege
aus zu Flächen
gezwungenem
Teer
an stabilen Höhlen
aus nach außen
gestülptem
Beton
und mobilen Höhlen
aus nach außen
gegossenem
Stahl
gehn fragile Höhlen (/tappen weitere Höhlen)
aus nach außen
geborenem (/gezeugtem; getriebenem)
Hirn (/Knochen)
Valivarius - 26. Mai, 20:50
hinterm schmutzrand
(welche art verschmutzung?)
ein gefühl befragen:
herkunft, dauer, gegenstand.
retten, was nicht mehr
zu glätten ist.
mit locken leben.
Pierre Lachaise - 19. Mai, 18:04
freuden und tage,
das licht geht nicht aus,
der frühling sendet schauer,
verteilt die rollen
im falschen film.
Pierre Lachaise - 28. Apr, 15:47
frei verfügbar,
uhrzeit egal,
totale inspektion
geht immer!
am besten, wie üblich,
bar auf die hand –
der rest
versteht sich von selbst,
banal, radikal, sprich:
ALLES,
was du willst –
bevorzugt aber
gesichtslos
von hinten.
Pierre Lachaise - 30. Mrz, 01:19
dein glück ist eine katze, denkst du
manchmal, blickst du ihm in seine
katzenaugen: nicht zu fassen, wenn bis
die welt dich wiederhat.
Pierre Lachaise - 30. Jan, 01:07
SIE: Verfolgen sie mich etwa?
ER: Nein, weshalb? Ich will nur zum Inder hier.
SIE: Gerade eben sind wir uns aber doch entgegen gekommen, nicht? Auf der Hauptstraße. Jetzt gehen sie in meine Richtung.
ER: Aber doch nicht hinter Ihnen her. Wie kommen Sie darauf?
SIE: Weil sie so nah gekommen sind, hinter mir. Sie laufen geradezu auf.
ER: Vielleicht weil Sie so langsam sind. Ich wollte gerade überholen. Aber anscheinend bin ich Ihnen aufgefallen, beim Entgegenkommen.
SIE: Sie haben einfach die Richtung gewechselt. Dann sind sie in dieselbe Straße abgebogen wie ich.
ER: Ich hatte mich vertan. War in Gedanken.
SIE: Aus denen habe ich Sie wohl herausgerissen.
ER: Wünschen Sie, dass es so wäre?
SIE: Nicht, wenn Sie in diesen schäbigen Laden wollen. Ich kenne einiges, das besser ist. Und preislich dasselbe – Ihr Schirm –
ER: Was ist damit?
SIE: Sie halten ihn ganz komisch, es tropft ja alles auf mich.
ER: Sie haben doch selber einen Schirm.
SIE: Ja, aber Ihrer stößt genau davor, sodass ich ganz nass werde.
ER: Ich dachte, das steht Ihnen.
SIE: Sehr witzig. Haben Sie nichts zu erzählen?
ER: Wir kennen uns ja nicht. Außerdem höre ich Ihnen lieber zu.
SIE: Ich schweige zu viel, in letzter Zeit. Am liebsten würde ich die Stadt verlassen, wenn es im Winter regnet.
ER: Wie lange leben Sie schon hier?
SIE: Seit ein paar Jahren. Ich habe sie nicht gezählt.
ER: Ich will Sie übrigens nicht aufhalten.
SIE: Also gehen wir besser –
ER: Etwas essen? Wie heißen Sie?
SIE: Ich glaube, Sie haben mich doch verfolgt.
ER: Nur weil Sie es so gewollt haben.
Pierre Lachaise - 19. Jan, 17:47
Mittwoch, der 12. Januar 2011.
Palais Boisserée
Germanistisches Seminar
Computerraum
18 Uhr c.t.
Mein Lehrauftrag läuft aus. Wir treffen uns für das letzte "reale" Seminar des Virtuellen Seminars heute. Falls jemand neue Texte mitbringt, werden wir sie besprechen, falls nicht, fällt mir etwas anderes ein.
Das Virtuelle Seminar Heidelberg wird als Netzpräsenz erhalten bleiben, so daß Sie Ihre Texte darin weiterhin einstellen und kommentierend diskutieren können. Sollte der Lehrauftrag zu einem späteren Zeitpunkt wiederergehen, wird die Netzpräsenz abermals die Grundlage sein.
Allen bisherigen Teilnehmern, die heute abend verhindert sein sollten, sage ich ein herzliches Danke für anregende, kontroverse und grundsätzliche Diskussionen, die uns vielleicht alle ein wenig weitergebracht haben.
Ihr
ANH
www.albannikolaiherbst.de
wessen wärme
in den zimmern?
wessen ferne
in den wipfeln?
wessen öde
in den straßen?
wessen röte
in den gärten?
Pierre Lachaise - 19. Dez, 21:07
Wie immer im Computerraum des PB. Achtzehn Uhr cum tempore.
Ich habe eben alle Lektorate, glaube ich, geleistet. Falls ich noch einen Text übersehen habe, bitte kurze Mitteilung hierunter als Kommentar.
Bis morgen!
Ihr
ANH
www.albannikolaiherbst.de
advent, die straßen dicht, die nächte
voller lichter, advent, kein platz im
paradies, kein zug zurück nach hause,
advent, der schnee steht in der luft,
ich öffne meinen schirm, ich werfe
einen schatten über meine spuren, bis
sie fast verschwunden sind, advent,
der atem kurz, die kälte riecht vertraut,
advent, die straßen dicht und voller lichter.
Pierre Lachaise - 6. Dez, 02:45