Ein Hauch von Dämmerung
ein wenig Schatten vom Mondschein
und keiner der singt
Und wir lassen uns treiben
in vergessender Selbstsicherheit
Bis sich die Ufer uns nähern
Stranden lautlos und sanft
auf dem dunklen Sand
Und sind
angekommen
mandorla - 31. Jan, 22:57
Vielleicht unterwegs in irgendeine Vorwinternacht: Sodass man, im Treppenhaus oder sonstwo, über den Mond gestolpert wäre, hätte nicht die Eile (die eigene oder die anderer?) vorzeitig den Blick verstellt. Wenigstens musste man nicht, wie jemand mal sagte, die Augen schließen, um etwas Bestimmtes ganz für sich selbst zu besitzen. Gestern noch war zu hören, wie schwer es falle, einzuschlafen. Das stört heute bereits weniger, flackert aber noch einmal auf. Draußen dann Ähnliches: Über Grade der Einsamkeit, und dass im Zustand des Übergangs die Schwelle oft übersehen wird. Wenn aber solches irgendwann widerfährt: Wohin dann mit den Gedanken, die keine sein wollen? Es bleibt dabei, die Idee, dass da oben etwas mitgeht, verhangen und dürftig übermalt, genauso wie man gewisse Flecken auf einem Teppich erst Jahre später entdeckt. Vielleicht haben auch sie sich langsam bis zu einer festen Stelle vorgetastet, unsichtbar, immer schon einen Schritt voraus. Jedenfalls irgendwie diesem schwelenden Auge verwandt.
Pierre Lachaise - 23. Jan, 17:38
Zielsicher bröckelt gelbes Laub bodenwärts
errötet und fault nicht
widersteht reiffrei der wirbelnden Einladung des Mistrals
und erhellt nachts meinen Wegrand
als wärs im April in Blüten vom Kirschbaum gegangen
sho-shan-nah - 15. Jan, 16:36
Liebe Seminarteilnehmer,
denken Sie bitte an diesen letzten Termin des Wintersemesters; es wird im Sommersemester allerdings weitergehen.
Ich muß um Entschuldigung bitte, daß ich mit den Lektoraten nicht nachgekommen bin. Doch hatte ich einen kompletten Computer-Zusammenbruch, der meine ganze Aufmerksamkeit gebunden hat. Leider. Zum AusderHautfahren. Nun steht aber wieder alles und funktioniert, besser sogar als vorher.
Bitte bringen Sie die Texte, die ich nicht durchsehen konnte, ins Seminar mit. Was wir dort dann nicht schaffen, werde ich während der Semesterferien nachholen.
Bis Mittwoch abend,
ANH
www.albannikolaiherbst.de
sie krampfen rhythmisch.
gedanke auf einer
roten couch.
verstärktes klampfen.
die körper in textil
und nieten viele.
doch nur eine miete
wird in hitze versoffen.
versoffen scotch
scotch aus latte-gläsern.
der atem trifft
am offenen fenster
das eis
als liebte er es.
herr_urian - 1. Jan, 19:51
das schwarze wasser treibt mich
abwärts den fluss
an dem die clusterbomben
muster in die erde zeichnen
mir träumen rhomben
die mein herz einfassen in geometrie
zähle ich die winkel zusammen
erhalte ich eine flugbahn
an die ich mein herzprojektil spanne
über meinem körper legt sich der dunst
Moische - 1. Jan, 19:14
wir hatten Tagträume
in denen Sonneneruptionen
nach uns langten
die Protuberanzen
acht Lichtminuten lang
deren Enden ausfransten
zu Sommerlicht
auf der Erde Pflanzen
von Licht, Sauerstoff und Wasser dick
in Sommerkleider trieben sie ihre Ranken
vom Strahlensturm zerstochene Kleider
im fetten Gras
lagen sie hingeworfen da
die Erddrehung trieb uns
und unsere Zungen
in die Nacht
es waren dreißig Grad
im Erdschatten
die unsere Glieder vibrieren ließen
das Weiß unserer Hände
wie der innerste Kern einer Glut
flimmerte weg in andere Welten
da strahlte auch die Erde
Koronen aus
Moische - 30. Dez, 01:21
lass die heizung laufen:
sie wärmt mir die gedanken
nach soviel gespräch
vom ersten schnee.
der gemüsegarten
trägt das weiß der wolken
und gibt für heute
als vorbild nicht viel her.
im lokalteil
liest man von einem,
der gestern über nacht
erfroren ist.
Pierre Lachaise - 29. Dez, 00:45
Noch schmückt kein Mythos deine Feder
doch schon sticht sie kein Ideal
schnelltrocknes hartes Schwarz auf relatives Weiß
und ziert sich nicht in augennaher Weise
das vorzuführen was die Seele fühlt
wenn sie verflochten ist wie Zweige sich verflechten
wenn ihnen wenig Himmels ist
und dabei Himmlischeres zeichnen
als nur ein Himmel nur ein Blatt
als reine Unterlage hat...
Bald wird man deine Tinte wahren
lässt jeden Tropfen neu entstehn -
der letzte Tropfen aber kommt er*löst sich dann
verfließt in Schlieren unter Wasser lästig
ist dir der letzte Tropfen wenn er deine Feder krönt
und ausgetrocknet ist und noch als Letztes
den Rest der bleibt nimmt dieses Tuch hier auf
nur wer ihn zufügt hat die ganze Tinte
nur wer ihn einbaut hat die ganze Schrift.
Valivarius - 27. Dez, 03:13
Das Zirpen der Motoren:
ein Gutenachtgesang.
Verklingt bis über beide Ohren.
Das Saitenspiel: ein Drahtseilakt.
Lange Schattenzungen die an
Kalksteinfassaden sich winden,
unter einem vollen Mond gekühlt.
Watte tief in Mittelohre
eingepflanzt.
Die neongelben Baumbestände
nackt nun ganz.
Die Überreste bilden einen Weg,
den niemand geht
an diesem Endjahrabend.
Moische - 18. Dez, 23:26
wir saßen vor feuern
unserer großväter
aus deren pfeifen
sich wolken formten
die über unseren feldern
hingen
über der biegung des prypjat
dort wo die reinen schornsteine
wuchsen.
von den dächern der platten
sah man das werk am horizont
schön und groß
stiegen daraus wolken auf.
abends wärmten wir uns
an den strahlen
unserer großväter kamine
Moische - 18. Dez, 23:20
im weißen schimmer voll
und unverbraucht
will diese blüte nicht
allein sich selbst enthalten,
und trägt zur mitte hin
ein abbild, wieder stern,
nur kleiner.
so ähnlich findet einer
an seiner hand ein kind,
in dem die eignen züge
bereits entfaltet kaum
mehr wegzudenken sind.
Pierre Lachaise - 18. Dez, 22:10
am fenster der tag
von regen schwer.
novemberfarben.
der kämmt aus den zweigen
die misteln
und flicht das windspiel
mit rauer hand.
vor unserer tür
zieht er an den schatten
und malt dich trüb
in wasser.
Pierre Lachaise - 15. Dez, 20:52
im weißen schimmer
so voll und unverbraucht
will diese blüte nicht
allein sich selbst enthalten,
und trägt zur mitte hin
ein abbild, wieder stern,
nur kleiner.
genauso führt wohl einer
an seiner hand ein kind,
in dem sich seine züge
bereits entfalten und
kaum wegzudenken sind.
Pierre Lachaise - 14. Dez, 11:36
am fenster der tag
gedankenschwer.
der kämmt aus den zweigen
die misteln
und flicht das windspiel
mit rauer hand.
vor unserer tür
zieht er an den schatten
und malt dich trüb
in wasser.
Pierre Lachaise - 14. Dez, 11:30
ich lege meine lider
in den sommer, den stillen
der töne nimmt,
als wolle er der
menschen klänge sammeln.
ich lausche ins blau, wo
stimmen im licht raunen,
durch luft strömen und
ins ohr der hitze fließen.
sie münden im schweigen der
sonne und müde vom singen
verblassen sie wie schmetterlinge
im raum aus weiß und grün und blau.
jean-martinus - 13. Dez, 19:38
Nicht allzu ernst nehmen :)
Das Jahr hat Mitternacht geschlagen.
Die Liebe nimmt Gestalten an.
Die Bratwurst wandert in den Magen.
Der Glühwein leistet, was er kann.
Den blöden Hut wollt' ich schon immer!
Ich seh', dich spricht das Kerzlein an...
Der künstlichgoldne Weihnachtsschimmer
zieht uns nachtfaltern in den Bann.
Das Karussell aus Kindersimmen
gespenstisch sticht es ins Gehör
sein heller Klang wird bald verstummen
als Staub schwebt das Geträum empor.
Jetzt mag das Kind das Pferd umarmen
noch hat das Plastik seinen Glanz
der über die geformte Fläche
als mystische Begegnung tanzt
Und morgen wird es sich erlösen
dann klammert es sich nur ans Geld.
Wer traumlos ist, kennt kein Erbarmen
vergisst sogar den Herrn der Welt.
[Nochmal überarbeitet, bzw. genauer genommen
das unpassende Ende "nach dem Ende" rausgeschmissen,
obwohl ich unter Umständen noch den "Glühweinfürst"
und den "Würstchenschlächter" einzubauen versuchen
werde.]
Valivarius - 11. Dez, 21:04